Remote Leadership - Führen auf Distanz

David Kaspar

David Kaspar

Dienstag, 10. Jan. 2023

Der Trend zum Arbeiten im Homeoffice hat in den letzten Jahren – insbesondere auch aufgrund der Corona-Pandemie –  deutlich zugenommen. Dabei haben sich zwei Grundformen entwickelt: Einerseits das Arbeiten in virtuellen Teams und anderseits das Arbeiten in hybriden Teams. Der folgende Artikel bezieht sich auf die Herausforderungen, die Führungskräfte im Umgang mit virtuellen und hybriden Teams haben und weist auf drei zentrale «Aufpassfelder» hin.

Das virtuelle und das hybride Team

In einem virtuellen Team arbeiten Menschen zusammen, die gemeinsame Ziele erreichen wollen, die sich aber nicht an einem gemeinsamen Standort befinden. Die Führungskräfte und die Mitarbeitenden arbeiten z.B. im Homeoffice.

Hybride Teams sind Gruppen von Menschen, die sowohl physisch als auch virtuell zusammenarbeiten. Das heißt, dass einige Mitglieder eines hybriden Teams an einem gemeinsamen Standort arbeiten (z.B. im Büro des Unternehmens) und der andere Teil des hybriden Teams von zu Hause aus.

Remote Leadership stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen

Die Führung von solchen virtuellen oder hybriden Teams, das so genannte «Remote Leadership», stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Die Führung auf Distanz erfordert Herangehensweisen, die sich von der traditionellen Führung vor Ort teilweise unterscheiden. Erfahrungsgemäss verlangt dies von der Führungskraft eine noch bewusstere Wahrnehmung ihrer Führungsrolle.

Drei zentrale Herausforderungen von Remote Leadership:

  • Meeting: Regelmässige Meetings, die über das reine Abarbeiten von Agenda-Punkten herausgehen und zusätzlich den persönlichen Austausch fördern sind von grosser Bedeutung. Nur so können Informationen fliessen und der gemeinsame Team-Spirit entwickelt beziehungsweise gestärkt werden. Führungskräfte, die dies vernachlässigen, müssen, damit rechnen, dass die Mitarbeitenden demotiviert und unzufrieden sind und sich unverbindlich verhalten.
  • Kommunikation: Eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Remote Leadership ist die klare Kommunikation und die Einhaltung von Absprachen in virtuellen und hybriden Teams. Da nicht alle immer vor Ort anwesend sind, ist es entscheidend, dass die Führungskräfte Ziele und Herausforderungen gemeinsam im Team definieren bzw. ihre Erwartungen und Ziele kommunizieren und sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen gut informiert sind. Dies verlangt meistens auch nach einem virtuellen Ort (bspw. Intranet), bei welchem die zentralen Entscheidungen, die in den Meetings getroffen wurden, sauber dokumentiert werden.
  • Technik und Tools: Eine grosse Herausforderung stellt die zieldienliche Nutzung der eingesetzten Kommunikations- und Kooperationstools. Es muss der Führungskraft gelingen, dass alle Mitarbeitenden auf dem gleichen Stand sind. So, dass die eingesetzten Tools wie z.B. Zoom, Teams, Slack oder Miro-Board auch effektiv genutzt werden können. Häufig verlangt dies von den Führungskräften, sich aktiv persönlich mit den Ängsten und Widerständen der Mitarbeitenden auseinanderzusetzen und bei Bedarf Support zu leisten. Wird diese Führungsaufgabe nicht wahrgenommen, besteht die grosse Gefahr, dass einzelne Teammittglieder abgehängt werden und insgesamt nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Gesamtperformance des virtuellen oder hybriden Teams sinkt.


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